Mittwoch, 17. Februar 2016

Bitte keine Katzenbabys in Einzelhaltung!

Es war seit vielen Generationen so Sitte sich aus einem Wurf junger Katzen ein Katzenbaby auszusuchen und mit nach Hause zu nehmen. Möglichst jung sollte das kleine Wesen noch sein. Man versprach sich davon eine leichtere Erziehbarkeit und größere Anpassungsfähigkeit als von älteren Tieren. Auch sollte das Kätzchen allein gehalten werden. Schließlich sollte es sich ja dem Menschen anschließen und nicht durch Artgenossen abgelenkt werden. So wurden und werden heute noch unzählige Katzenwelpen im Alter von 6-8 Wochen von der Mutter und den Geschwistern getrennt, in der Hoffnung einen leicht formbaren anschmiegsamen Hausgenossen zu bekommen. Ein Trugschluss, wie er nicht größer sein könnte!

Gerade in diesem Welpenalter brauchen die jungen Katzen ihre Mutter und vor allem die Gesellschaft junger gleichaltriger Katzen um das nötige Sozialverhalten zu lernen. Hier geht es in erster Linie um das Lernen von Vorsicht im Umgang mit Artgenossen und vom Aufbau der Frusttoleranz.

Wenn junge Katzen miteinander spielen und raufen, dann erziehen sie sich dabei gegenseitig. Spielt eine der Katzen zu grob, wehrt sich die andere Katze und das schöne Spiel ist unter Umständen sehr schnell zuende. Das führt dazu, dass die junge Katze lernt vorsichtiger zu sein. Sie lernt im Spiel mit Artgenossen auch, dass nicht immer alles nach ihrem Willen zugeht. Die Katze lernt im Welpenalter grundlegende Verhaltensweisen, die sie später auf den Menschen übertragen kann. Vorsicht und Toleranz sind Grundvoraussetzungen für ein entspanntes Zusammenleben mit dem Menschen.

Fehlen diese sozialen Kontakte im Welpenalter der Katze, z.B. bei Handaufzuchten und bei Katzen, die vor der 12. Woche von Mutter und Geschwistern getrennt werden, kann es im Laufe der Zeit zu schweren Verhaltensstörungen führen. Dies kann vor allem dann der Fall sein, wenn die Katze einzeln gehalten wird. Katzen brauchen soziale Kontakte mit Artgenossen. Der Kontakt mit Menschen reicht erfahrungsgemäß nicht aus, um eine junge Katze entsprechend zu sozialisieren.

Anzeichen bzw. Folgen dieser fehlenden Kontakte können sein:

- sehr grobes bis aggressives Spielen
- heftiges Zubeißen während des Spiels
- den Menschen in die Beine springen
- wenig Frusttoleranz - reagiert auf Zurechtweisung unvermittelt aggressiv
- Katze reagiert auf kleinste Reize und Auslöser (Geräusche, Gerüche) ängstlich bis extrem aggressiv
- Hyperaktivität
- Angststörungen - panisches Verhalten
- Unsauberkeit
- verstärktes Markierverhalten (mittels Urin und / oder Kratzmarkieren)
- Depressionen

Daher kann ich jedem Katzenhalter, der sich mit dem Gedanken trägt ein Katzenbaby aufzunehmen, nur dringend ans Herz legen, eine zweite Katze mit dazu zu nehmen - möglichst vom gleichen Wesen und gleichen Geschlecht. Die Katzen sollten mindestens 12 Wochen alt sein, besser wäre es ab der 14. Woche.

Wenn die Katze erst erwachsen ist und lange Zeit als Einzelkatze gehalten wurde, ist es für eine Vergesellschaftung irgendwann zu spät. Dann ist eine Gewöhnung an Artgenossen meist nicht mehr möglich. Und den Verhaltensproblemen, die durch die Einzelhaltung entstanden sind, ist dann fast nicht mehr bei zu kommen. Gerade, wenn die Katze stark aggressive Verhaltensweisen zeigt, kann das ein weiteres Zusammenleben im Haushalt unter Umständen unmöglich machen. Lassen Sie es daher bitte nicht soweit kommen. Geben Sie Ihrer Katze von Anfang an einen artgerechten Start ins Leben.

Zur Anschaffung einer Zweitkatze oder bei einer Katzenzusammenführung berate ich Sie gern.








Donnerstag, 20. Februar 2014

Buchempfehlung - Katzensatire Miezen-Minna von Bianka Tewes

Miezen-Minna: Ein Tagebuch aus der Weltherrschaft der Katzen -  Bianka Tewes

"Hunde haben Herrchen und Frauchen, Katzen haben Personal: Wie sich diese Binsenweisheit im Alltagsleben mit drei samtpfötigen Anarchisten darstellt, davon erzählt Bianka Tewes in ihren satirischen Tagebuchnotizen."

Zur Autorin:
Bianka Tewes, Jahrgang 1967, lebt und arbeitet im Münsterland, schreibt Satiren und ist nebenbei der großen Katzen-Weltverschwörung auf der Spur.

Jetzt als Taschenbuch oder als Kindle Edition bei Amazon

ISBN 978-3-7322-9182-3

und mehr Infos unter http://biankatewes.jimdo.com/


Sonntag, 11. August 2013

Sicherheit im Katzenrevier

Katzenspielzeuge sind gerade für Wohnungskatzen sehr wichtig, da sie meist die einzige Ablenkung sind in einer sonst reizarmen Umgebung und vor allem dann, wenn ihre Menschen den Tag über aus dem Haus sind.

In vielen Katzenhaushalten fällt mir aber immer wieder auf, dass die Spielzeuge immer zur Verfügung stehen und auch Bänder, Schnüre und Spielangeln für die Katzen auch ohne Aufsicht zugänglich sind. Dabei können lange Bänder Ihrer Katze gefährlich werden. Zu schnell kann es im Spiel passieren, dass sich eine Schnur der Katze um den Hals wickelt und sich die Katze in ihrer Panik nicht mehr daraus befreien kann. In diesem Moment besteht Lebensgefahr für ihre Katze!

Daher räumen Sie bitte alle Spielzeuge, wie Schnüre, Gummibänder, Spielangeln weg und halten Sie sie unter Verschluss, wenn Sie gerade nicht mit der Katze spielen. Auch sollten von Kratzbäumen keine fest angebrachten Spielzeuge an Gummibändern baumeln. Auch diese können zu einer tödlichen Falle werden!

Dass bisher nichts passiert ist, muss nicht heißen, dass es auch so bleibt. Daher gehen Sie im Interesse Ihrer Katze lieber den sicheren Weg. Gemeinsames Spielen macht ohnehin mehr Spaß.

Samstag, 27. April 2013

Unruhezustände - was tun, wenn die Katze schreit?

Es ist sicher schön, wenn eine Katze sich mitteilen und mit ihrem Menschen kommunizieren möchte. Ständiges Miauen und gerade nächtliches Schreien kann allerdings zu einer argen Belastung für Katzenhalter und unter Umständen auch für deren Nachbarn werden.

Grundsätzlich, wie bei jedem anderen Verhaltensproblem auch, kann ich nur raten, zuerst
den Gesundheitszustand der Katze überprüfen zu lassen. Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass eine Krankheit oder Schmerzen dahinterstecken.

Mögliche gesundheitliche Ursachen wären z.B.:
- Schwerhörigkeit / Taubheit
- Altersbedingte Demenz
- Schmerzen (allg.)
- Erkrankungen der Zähne
- Hoher Blutdruck
- Schilddrüsenerkrankungen

Wenn die Untersuchung zu keinem Ergebnis führt, dann wäre es sinnvoll sich die Haltungsbedingungen und den seelischen Zustand des Tieres genauer anzuschauen.

Als mögliche Ursachen kämen z.B. in Frage:
- Ängste, Verunsicherungen
- Einsamkeit
- Unterforderung
- Nervorsität

Meist ist es nicht einfach das eigene Tier objektiv einzuschätzen. Eine Katzenverhaltensberatung kann Ihnen dabei helfen, Ihre Katze besser zu verstehen. Nur mit dem richtigen Verständnis lassen sich Verhaltensprobleme langfristig lösen bzw. kann eine vertretbare Lösung für Mensch und Tier gefunden werden.



Mittwoch, 2. Januar 2013

Markierverhalten bei Katzen

Markieren gehört zum normalen Verhalten einer Katze. Sie hat dabei mehrere Möglichkeiten ihren eigenen Duft zu verteilen.

Kratzmarkieren:
Die Unterseite der Pfoten sind bei Katzen mit Duftdrüsen versehen. Beim Kratzen und Wetzen werden nicht nur sichtbare Kratzspuren angebracht sondern mittels dieser Duftdrüsen auch Pheromone verteilt.

Gesichtsmarkieren:
Das sogenannte Köpfchenreibchen hat ebenfalls eine geruchsverteilende Aufgabe. Dabei werden mittels der Talgdrüsen, die an den Wangen der Katze sitzen, an anderen Katzen, Menschen und Objekten Pheromone verteilt. Der eigene Geruch vermittelt der Katze ein vertrautes Gefühl und gibt ihr Sicherheit.

Allomarkieren:
Dabei reibt die Katze ihren ganzen Körper an Katzenpartnern. Es entsteht dadurch ein Gruppengeruch, der ein Gefühl von Zusammengehörigkeit bei den Tieren fördert.

Harnmarkieren:
Sowohl Kater wie auch Katzen können mit Urin markieren. Es werden vertikale Flächen dafür ausgesucht, die im Stehen mit Urin besprüht werden. Erregungszustände, auch z.B. Rolligkeit fördern dieses Verhalten.

Es sind also sowohl sichtbare wie auch geruchliche Signale, die Katzen einsetzen können um anderen Katzen ihre Anwesenheit im Revier mitzuteilen. Markieren ist ein wesentlicher Bestandteil der Katzensprache.

Im Zusammenleben mit dem Menschen können Kratzmarkieren und Markieren mit Urin jedoch zum argen Problem werden. Gerade das Harnmarkieren kann das harmonische Miteinander empfindlich stören. Was für die Katze eine Form der Revierabgrenzung und Kommunikation mit anderen Katzen bedeutet, kann für den Katzenhalter zur geruchlichen und hygienischen Unzumutbarkeit werden.
Durch frühzeitige Kastration läßt sich Harnmarkieren oft unterbinden. Viele Katzen hören nach der Kastration auf zu markieren. Leider ist das nicht in jedem Fall so.

Mögliche Ursachen für Markieren mit Urin wären z.B.:
gesundheitliche Probleme ( vom Tierarzt oder Tierheilpraktiker abklären lassen!)
unvollständige Kastration,
Ängste und Unsicherheit der Katze,
Stress mit Katzenpartnern, anderen Haustieren oder Menschen im Haushalt,
extreme Erregungszustände,
nach Umzug (ausgelöst durch fremde Gerüche und möglichen Markierungen von Vormieter-Katzen)

Letztendlich hat ein Markierverhalten immer einen individuellen Hintergrund. Wichtig dabei ist, dass Sie erkennen, dass Ihre Katze Sie damit nicht ärgern will, sondern sich entweder keiner Schuld bewußt ist, weil es zum normalen Katzenverhalten gehört oder sie aber ein gravierendes Problem hat, für das sie keine andere Ausdrucksweise findet.

Wenn Ihre Katze ein verstärktes Markierverhalten zeigt, ist es sinnvoll sich rechtzeitig fachkundigen Rat einzuholen, damit sich Probleme nicht erst durch Gewohnheit festsetzen oder verstärken können.


Lesen Sie hier mehr zum Verhalten von Katzen:
Protestverhalten bei Katzen?


Montag, 18. Juni 2012

Ideen für Katzentoiletten

Jede Katze hat so ihre individuellen Vorlieben, was das stille Örtchen anbelangt. So haben auch Katzenhalter meist eine klare Vorstellung, was sie als zumutbar empfinden und was vielleicht optisch gerade noch so geht.

Da die Ansichten darüber weit auseinander gehen können, muss oft ein Kompromiss gefunden werden. Das Wichtigste von allem ist: Der Stubentiger muss sich damit wohlfühlen!

Auf meiner Suche nach dem Wohlfühl-Faktor für meine Miezen einerseits und den optischen Aspekten für meine Wohnansprüche andererseits, habe ich verschiedene für uns annehmbare Lösungen gefunden.
Zwei davon möchte ich Ihnen hier vorstellen:

                        Die Romantik-Version für Landhausstil- und Shabby Chic-Fans


Die Kombi-Lösung zwischen Toilettenhäuschen und Liegeplatz ist ein Selbstbau.
Man benötigt dafür aus dem Baumarkt:
- 3 Leimholz-Bretter à 80 x 60 cm (meine sind aus Fichtenholz) für Oben und die Seitenteile
- 2 Leimholz-Bretter à 80 x 30 cm als Rückwandverstärkung
- 1 Büchse cremeweiße Lackfarbe (ich verwende wasserlöslichen Acryllack, schadstoffarm)
- 4 kleine Metall-Winkel als Verstärkung für Seitenteile und oberes Brett
- eine Handvoll kleine Holzschrauben

Für den Vorhang habe ich mich für einen Rosenstoff aus Baumwolle entschieden.
Benötigte Menge: 1 m bei einer Stoffbreite von 1,40 m

Dazu kommen noch eine Cafehausstange und zwei Duschvorhang-Ringe aus goldfarbenen Kunststoff um den Stoff seitlich zu raffen. Beides und auch den Stoff fand ich günstig bei Ebay.

Den Vorhang habe ich zusammen mit der Cafehausstange innen am oberen Brett angebracht, da es mir sicherer erschien. Würde man die Stange außen, also direkt an den Kanten der Seitenteile anbringen, entsteht ein Abstand zwischen Gardinenstange und dem Häuschen, der mir zu unfallträchtig erschien. Zu leicht könnte eine der Katzen mit der Pfote beim Herunterspringen dazwischen hängen bleiben. Daher lieber wie auf Bild 1 die sichere Variante der Vorhang-Anbringung.

Die Liegefläche wird bei uns trotz der Nähe zur Toilette gern benutzt. (Voraussetzung ist natürlich eine mehrfache tägliche Reinigung des Klos.)

Und hier nochmal das Häuschen ohne Vorhang:




Leider muss ich in manch anderen Katzenhaushalten immer wieder feststellen, dass die Katzentoiletten dort sehr klein, nahezu winzig sind, gemessen an der Größe der Katzen. Oft wurde das Klo angeschafft als die Miezen klein waren. Da hat es gepasst. Irgendwann ist die Katze aber vielleicht etwas größer geworden. Sie passt schon noch hinein aber das geht manchmal nur mit viel Drehen und Gewurschtel.
Hier also die Lösung, die Kunden von mir für ihren großen großen Kater gefunden haben und von der ich so angetan war, dass ich sie für meine beiden Miezen auch unbedingt haben musste:

                Die Rustikal-Variante für XXL-Katzen und alle, die viel Platz brauchen                                   

Es handelt sich dabei lediglich um den Untersatz eines Kaninchen- bzw. Meerschweinchen-Käfigs und hat in unserem Fall die gigantischen Maße von 1 m x 0,5 m.
Unser "Klo" habe ich in einem Shop bei Ebay recht günstig erstanden (neu natürlich!). Das zusammenlegbare obere Gitter wurde auf unserem Hängeboden untergebracht. Es wird ja nicht gebraucht.

Zugegeben, es kommt im Vergleich zur Romantik-Version ein bißchen rustikal und schmucklos daher, aber es bietet wirklich viel Platz zum ausgiebigen Drehen und Scharren. Nun habe ich auch das unerhörte Glück, dass meine Katzen weder extreme Buddler noch Stehpinkler sind. Der Rand des Klos ist nur ca. 15 cm hoch. Dennoch geht nur sehr wenig Streu daneben.
Und das Wichtigste dabei ist:
meine Katzen lieben es!


Und hier noch eine wunderschöne Idee für ein sehr schickes Katzen-Badezimmer (auch für kleine spitzohrige Über-den-Rand-Pinkler geeignet), die mir sehr liebe "Katzenmenschen" gemailt haben und die ich mit freundlicher Genehmigung hier vorstellen darf:

                                      Die Katzenklo-Ecke Italian style


 

Hier ist die Bauanleitung dazu:
"Damit die Feuchtigkeit beim Reinigen mit Wasser an den Rändern nicht auf das Parkett kommen kann, habe ich auf dem Bereich zunächst doppelt grobe Folie verlegt.
Auf die Folie habe ich dann dünne Rigips-Platten ("Designer-Platte" von Bauhaus) verlegt und verschraubt. So habe ich auf einfache Weise eine geglättete Oberfläche erhalten. Außerdem kann ich den Bereich so einfacher wieder in den Urzustand zurückbauen, falls notwendig. Auf den Rigips-Platten habe ich dann die Fliesen verlegt.
Die Fellnasen haben jeden Baufortschritt kritisch überwacht :-)"

Vielen lieben Dank für die super Idee. Ich finde diese Lösung absolut wohnzimmertauglich und zur Nachahmung empfohlen.




Freitag, 30. März 2012

Offene Kippfenster sind gefährlich für Katzen!

Sowie die jahreszeitlichen Temperaturen es zulassen, haben die meisten Menschen gern die Fenster etwas länger offen. Die Frühlings- und Sommerluft ist nicht nur für uns Menschen angenehm sondern auch für unsere Samtpfoten. Offene Fenster besitzen fast immer eine magische Anziehungskraft auf Katzen. Bei offenen Kippfenster kann sich dies jedoch verheerend auswirken.

Eine Katze, die im offenen Kippfenster hängenbleibt kann tödlich verunglücken!
Das Problem ist, dass das Tier beim Klettern in den Spalt hineinrutschen kann. Von dort ist es unmöglich allein wieder herauszukommen und die Katze kann innerhalb kürzester Zeit an Quetschungen und inneren Blutungen elend zugrunde gehen. Oft kommt jede Hilfe zu spät oder es bleiben langfristige Folgeschäden, wie z.B. Lähmungen der Hinterbeine.

Auch wenn es in der Vergangenheit immer gut gegangen ist und Ihrer Katze trotz offener Kippfenster nie etwas passiert ist: Es kann dennoch jederzeit schief gehen. Von 100 mal geht es eben 99 mal gut... aber was dann?

Lassen Sie es bitte nicht darauf ankommen. Kippfenstersicherungen sind für Katzenhaushalte ein absolutes Muss. Sie sind nicht teuer und meist recht einfach anzubringen. Es gibt für die unterschiedlichsten Fenstertypen sichere Lösungen, damit Sie und Ihre Katze die Frühlingsluft sicher und stressfrei geniessen können.